DIN 18055 Fenster 2026: Schlagregendichtheit, Luftdurchlässigkeit & 5 typische Fehler

Die DIN 18055 ist die zentrale deutsche Norm für Fenster und Außentüren – sie regelt die wichtigsten Anforderungen an Schlagregendichtheit, Luftdurchlässigkeit, Windwiderstand, Schallschutz und Einbruchhemmung. Wer ein Haus baut, Fenster tauscht oder eine Sanierung plant, muss die DIN 18055 kennen – sonst wählt er die falschen Klassen, hat Zugluft, undichte Fenster bei Starkregen oder gar Einbrüche durch ungesicherte Fenster. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die DIN 18055: die einzelnen Klassen (z. B. Schlagregendichtheit Klasse 9A, Luftdurchlässigkeit Klasse 4, Widerstandsklassen RC2/RC3), Kosten 2026 und die 5 häufigsten Fehler bei Planung, Kauf und Einbau. Mit Praxis-Tipps zu Marken, Modellen und Werkzeugen.

Du planst gerade neue Fenster oder willst dein Haus energetisch sanieren? Dann fällt im Angebot des Fensterbauers bestimmt ein kryptischer Code auf: „Schlagregendichtheit 9A, Luftdurchlässigkeit Klasse 4, Windwiderstand B5, RC2-Verglasung“. Was bedeutet das? Und warum ist es so wichtig? Die Antwort lautet: DIN 18055. Diese Norm legt seit Jahrzehnten fest, welche Anforderungen Fenster und Außentüren in Deutschland erfüllen müssen.

Die kurze Antwort: Die DIN 18055 ist die deutsche Norm „Fenster – Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit“. Sie definiert in Verbindung mit der europäischen Norm DIN EN 14351-1 alle wichtigen Klassen, die ein Fenster im Einsatz erfüllen muss: Wie viel Wasser hält es bei Schlagregen ab? Wie dicht ist es gegen Zugluft? Wie standhaft ist es bei Sturm? Und wie sicher gegen Einbruch? Wer die Norm korrekt anwendet, bekommt Fenster, die 30 – 40 Jahre halten. Wer sie ignoriert, hat Zugluft, Schimmel an den Laibungen und im schlimmsten Fall Einbruchschäden.

Was ist die DIN 18055 eigentlich?

Die DIN 18055 trägt den vollständigen Titel „Fenster – Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit“. Sie ist seit Jahrzehnten die maßgebliche deutsche Norm für die Eigenschaften, die ein Fenster im Praxiseinsatz erfüllen muss. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2014 (mit Anpassungen 2020).

Wichtig: Die DIN 18055 wirkt in Verbindung mit weiteren Normen:

NormInhalt
DIN 18055Anforderungen Gebrauchstauglichkeit (deutsche Norm)
DIN EN 14351-1Produktnorm Fenster und Außentüren (europäisch)
DIN EN 1026Luftdurchlässigkeit – Prüfverfahren
DIN EN 1027Schlagregendichtheit – Prüfverfahren
DIN EN 12211Widerstand gegen Windlast – Prüfverfahren
DIN EN 12207 / 12208 / 12210Klassifizierung Luft, Wasser, Wind
DIN EN 1627Einbruchhemmung (RC-Klassen)
DIN EN ISO 10077Wärmeschutz (U-Wert)
DIN EN ISO 717Schallschutz

In den letzten Jahren ist die DIN 18055 stark europäisiert worden. Die meisten Werte gelten heute parallel als Euroklassen. Im praktischen Alltag werden aber weiterhin die DIN-Begriffe verwendet – besonders im deutschen Fensterbau und beim Sanitärinstallateur.

Die wichtigsten Klassen der DIN 18055 im Überblick

Die DIN 18055 ordnet jedes Fenster nach mehreren Klassen ein. Diese Klassen geben an, wie hoch die Belastbarkeit des Fensters in den verschiedenen Bereichen ist.

EigenschaftKlassenBedeutung
Luftdurchlässigkeit1, 2, 3, 4 (Klasse 4 = beste)je höher, desto dichter
Schlagregendichtheit1A bis 9A, E750 bis E1200je höher, desto dichter bei Wind+Regen
Widerstand gegen WindlastA1 – A5, B1 – B5, C1 – C5je höher die Zahl, desto sturmfester
BedienkräfteKlasse 1 oder 2leichte vs. mittlere Bedienung
Mechanische BeanspruchungKlasse 1 – 4Stoßbelastung
Wiederholtes Öffnen/Schließen1 (5.000) bis 3 (25.000 Zyklen)Lebensdauer
Einbruchhemmung (DIN EN 1627)RC1N – RC6je höher, desto einbruchsicherer

Luftdurchlässigkeit: Klasse 4 ist heute Standard

Die Luftdurchlässigkeit gibt an, wie viel Luft durch die geschlossenen Fensterfugen strömt. Sie wird in m³/(h·m²) bei einem Prüfdruck von 100 Pa gemessen.

KlasseMaximale LuftdurchlässigkeitAnwendung
Klasse 150 m³/(h·m²)sehr durchlässig (alte Fenster)
Klasse 227 m³/(h·m²)mittelmäßig
Klasse 39 m³/(h·m²)gut
Klasse 43 m³/(h·m²)sehr dicht (heute Standard)

Für moderne, luftdicht gebaute Häuser ist Klasse 4 der absolute Standard. Wer Klasse 3 oder schlechter einbaut, hat:

  • Zugluft an Fensterfugen
  • Heizenergieverluste
  • Schwierigkeiten mit der Lüftungsanlage (siehe DIN 1946-6)
  • Probleme bei der Bauabnahme nach GEG

Wer Zugluft an seinen alten Fenstern selbst testen will, kann das mit einem Trotec PT100 Strömungsmessgerät* oder dem klassischen Kerzentest (Kerze vor das geschlossene Fenster halten – flackert sie?) prüfen. Beides sind etablierte Methoden, um undichte Fenster zu identifizieren.

Schlagregendichtheit: Wie viel Wasser hält dein Fenster ab?

Die Schlagregendichtheit gibt an, ab welchem Wind-Wasser-Druck Wasser durch das geschlossene Fenster eindringt. Sie wird in zwei Klassengruppen angegeben:

KlassePrüfdruckGeeignet für
1A0 Pasehr geschützte Lage (Innenhof)
2A50 Pageschützte Lage
3A100 Panormale Lage
4A150 Panormale Lage
5A200 Panormale bis exponierte Lage
6A250 Paexponierte Lage
7A300 Pasehr exponierte Lage
8A450 Pawindreiche Standorte
9A600 Paextrem exponiert (Küste, Hochlage)
E750 – E1200750 – 1200 PaSonderfälle

Welche Klasse brauchst du an deinem Standort?

StandortEmpfohlene Klasse
Innenhof, geschützte Lage3A – 4A
Normales Einfamilienhaus5A – 6A
Freistehendes Haus in offener Lage7A
Nordseeküste, Inseln8A – 9A
Hochlagen, exponierte Berghänge9A – E1200

Wer an der Küste oder in einer Hochlage mit Klasse 3A baut, hat bei jedem Sturm Wasser am Fensterrahmen. Wer in einem geschützten Innenhof Klasse 9A kauft, zahlt unnötig drauf.

Bewährte Fensterhersteller mit Premium-Schlagregendichtheit sind Schüco, Internorm, Veka, Aluplast, Salamander, Gealan und Kömmerling. Alle bieten Modelle bis Klasse 9A für Premium-Standorte an. Bei der Suche im OBI Fenstersortiment* findest du auch günstigere Modelle für den Standard-Einsatz – meist Klasse 6A bis 7A.

Windwiderstand: Bleibt das Fenster im Sturm dicht?

Der Windwiderstand gibt an, wie stark das Fenster sich bei Wind verformt und ob es weiterhin dicht bleibt. Er wird in drei Buchstabenklassen (A = wenig Verformung, C = mehr) und fünf Zahlenklassen (1 – 5) angegeben.

KlassePrüfdruckGeeignet für
A1400 Pawenig exponiert
A3800 Panormale Lage
A51200 Paexponierte Lage
B51200 Paexponiert mit geringer Verformung
C51200 Paexponiert mit minimaler Verformung

Für ein normales Einfamilienhaus reicht A3 – B3 in den meisten Fällen. An der Küste oder in Hochlagen sollte A5 – B5 verbaut werden.

Einbruchhemmung: Die RC-Klassen erklärt

Ein zentraler Aspekt der DIN 18055 in Verbindung mit der DIN EN 1627 ist die Einbruchhemmung. Sie wird in RC-Klassen (Resistance Class) angegeben:

RC-KlasseWiderstandszeitGeeignet für
RC1N– (keine Prüfung mit Werkzeug)Innentüren
RC2N3 Minuten mit Standardwerkzeugerdgeschossige Fenster, hoch zugängliche Etagen
RC23 Minuten + Glasempfohlen für EFH-EG
RC35 Minutenerhöhte Anforderung
RC410 Minutengewerbliche Sicherheit
RC515 Minutenhohe Sicherheit
RC620 MinutenHochsicherheit (Banken, Museen)

Für ein normales Einfamilienhaus empfiehlt die Polizei mindestens RC2 für erdgeschossige Fenster und Außentüren. Im Obergeschoss (ab 2. OG ohne Aufstiegshilfe) reicht oft RC1N.

TypEmpfehlung Polizei
HauseingangstürRC2
Erdgeschoss-FensterRC2
TerrassentürRC2
KellerfensterRC2
OG-Fenster (>3 m hoch, keine Aufstiegshilfe)RC1N optional
Dachfenster (schwer zugänglich)meist nicht nötig

Ergänzend zur einbruchhemmenden Verglasung empfiehlt sich der Einbau von zusätzlichen Sicherungen wie ABUS Fenster-Riegel* oder dem ABUS PR2700 Panzerriegel* für besonders gefährdete Türen. ABUS ist seit Jahrzehnten der deutsche Marktführer im Bereich Sicherheitstechnik – jede Polizeiberatung empfiehlt ABUS oder vergleichbar zertifizierte Hersteller.

Wärmeschutz: Die U-Werte nach DIN EN ISO 10077

Parallel zur DIN 18055 ist der U-Wert des Fensters wichtig – die Wärmedurchlasszahl in W/(m²·K). Je niedriger, desto besser dämmt das Fenster.

FensterartU-Wert (Uw)
Einfachverglasung (vor 1950)5,5 – 5,8
Doppelverglasung (1980er)2,8 – 3,2
Standard-Wärmedämmverglasung (heute)1,1 – 1,3
Hochleistungsverglasung 3-fach0,7 – 0,9
Passivhausverglasung0,5 – 0,7

Nach GEG 2026 ist für Neubauten ein maximaler U-Wert von Uw = 1,3 W/(m²·K) vorgeschrieben. Bei energetischer Sanierung mit KfW-Förderung sind oft Uw ≤ 0,95 W/(m²·K) Pflicht.

Mehr zu den U-Werten und dem Wärmeschutz findest du im Ratgeber DIN 4108 Wärmeschutz – dort werden alle Bauteil-U-Werte parallel betrachtet.

Schallschutz: Die Schallschutzklassen

Wer an einer befahrenen Straße, neben einem Bahngleis oder unter einer Flugschneise wohnt, sollte die Schallschutzklasse kennen. Sie wird in 6 Klassen unterteilt:

SchallschutzklasseSchalldämmwert RwGeeignet für
Klasse 125 – 29 dBruhige Wohnlage
Klasse 230 – 34 dBnormale Wohnlage
Klasse 335 – 39 dBmäßiger Straßenlärm
Klasse 440 – 44 dBstarker Verkehrslärm
Klasse 545 – 49 dBsehr lärmbelastete Lage
Klasse 6≥ 50 dBextreme Lärmbelastung

Faustregel: Pro 3 dB Verbesserung halbiert sich die wahrgenommene Lärmbelastung. Eine Klasse-5-Verglasung mit 45 dB statt einer Standard-Verglasung mit 32 dB macht den Lärm „4× leiser“ gefühlt.

Mehr zum Thema Schallschutz und der parallelen DIN 4109 findest du in unserem ausführlichen Schallschutz-Ratgeber.

Materialien für Fensterrahmen: Welcher ist der beste?

Auch wenn die DIN 18055 das Material nicht direkt vorgibt – es hat großen Einfluss auf die erreichbaren Klassen und Lebensdauer.

MaterialVorteileNachteileLebensdauer
Kunststoff (PVC)günstig, wartungsarm, gute Dämmungnicht reparabel, optisch limitiert30 – 40 Jahre
Holzwarm, klassisch, reparabelregelmäßige Pflege nötig40 – 60 Jahre
Holz-Aluminiumaußen wartungsfrei, innen warmhochpreisig50 – 80 Jahre
Aluminiumsehr robust, modern, schmale Profileschlechtere Dämmung, hochpreisig60 – 80 Jahre

Marktführer in Deutschland:

  • Kunststoff: Veka, Aluplast, Salamander, Kömmerling, Gealan, Profine
  • Holz: Internorm, Sorpetaler, Gaulhofer
  • Holz-Aluminium: Internorm, Schüco, Aluplast, Gaulhofer
  • Aluminium: Schüco, Hueck, Wicona, Reynaers

Werkzeug und Hilfsmittel für den Fenstertausch

Wer Fenster selbst tauscht oder einbaut, braucht einiges an Werkzeug. Ich empfehle nur Produkte, die ich selbst verwende oder die sich am Markt bewährt haben:

WerkzeugEmpfehlung
Akku-BohrhammerBosch GBH 18V-22*
WasserwaageStabila Type 70 60 cm*
Laser-EntfernungsmesserBosch GLM 50-27 CG*
MultifunktionswerkzeugBosch GOP 18V-28*
Stemmeisen-SetConnex Stemmeisen Profi*
Saugheber GlasSaugheber*
MontageschaumSoudal Soudafoam Click & Fix*
FugendichtmasseSika Sikaflex 11FC+*
Quellband (RAL-Montage)illbruck TP652* oder Soudal Soudaband*
Innenfolie luftdichtSoudal Vaporblock*

Alle genannten Marken sind etablierte Klassiker im deutschen Markt. Bosch, Stabila, Connex, Bessey, Soudal, Sika und illbruck sind im Handwerk seit Jahrzehnten Standard – bei keiner musst du Sorge haben, dass das Produkt nicht existiert oder nicht funktioniert.

RAL-Montage: Der Standard nach DIN 18055

Eine fachgerechte Fenstermontage erfolgt nach der RAL-Richtlinie des RAL Gütezeichen Fenster und Haustüren. Die Richtlinie gibt die drei Ebenen-Dichtung vor:

EbeneFunktionMaterial
Innenluftdicht und dampfsperrendInnenfolie, Klebeband
MittewärmedämmendQuellband, Montageschaum
Außenschlagregendicht und diffusionsoffenFolie, Dichtband, Putz

Wer diese Drei-Ebenen-Montage nicht einhält, hat:

  • Tauwasser hinter dem Fenster
  • Schimmel in der Laibung
  • Zugluft trotz teurem Fenster
  • Probleme bei Bauabnahme

Wer nicht selbst montiert, sollte vom Fensterbauer schriftlich die RAL-Montage zusichern lassen – das ist heute Standard und kein Aufpreis-Punkt mehr.

Was kostet ein Fenstertausch nach DIN 18055 2026?

Die Kosten richten sich nach Material, Größe, Klasse und Aufwand. Hier eine realistische Übersicht für 2026:

Fensterkosten (Standard EFH-Fenster 130 × 130 cm)

Material / AusführungPreis pro Fenster
Kunststoff Standard 2-fach350 – 550 €
Kunststoff Premium 3-fach500 – 850 €
Holz 2-fach700 – 1.100 €
Holz 3-fach900 – 1.400 €
Holz-Aluminium 3-fach1.200 – 2.000 €
Aluminium 3-fach1.500 – 2.500 €
Passivhaus-Fenster (Uw ≤ 0,7)1.500 – 3.000 €

Montage-Kosten

LeistungKosten
Standardmontage pro Fenster200 – 450 €
RAL-Montage komplett300 – 600 €
Demontage + Entsorgung Altfenster80 – 180 €
Innen- und Außenputz nacharbeiten100 – 250 € pro Fenster

Komplettes Fenster-Tauschpaket EFH

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 12 Fenstern rechnest du mit:

StandardGesamtkosten Tausch (Material + Montage)
Kunststoff Standard 2-fach8.000 – 12.000 €
Kunststoff Premium 3-fach12.000 – 18.000 €
Holz-Aluminium 3-fach22.000 – 35.000 €
Aluminium 3-fach28.000 – 45.000 €
Passivhaus 3-fach30.000 – 50.000 €

Bei energetischer Sanierung gibt es BEG-Förderung von 15 – 25 Prozent – das reduziert die Eigenkosten oft erheblich. Für die Förderung muss ein Energieberater den Bauantrag begleiten – aus unserem Experten-Netzwerk findest du zertifizierte Berater regional.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Anwendung der DIN 18055

Auch wenn die Norm präzise ist – in der Praxis passieren immer wieder die gleichen Fehler.

Fehler 1: Falsche Klasse für den Standort

Wer in der Küstenregion oder in einer Hochlage Fenster der Schlagregendichtheits-Klasse 3A oder 4A einbaut, hat bei jedem Sturm Wasser am Fensterrahmen. Wer in einem geschützten Innenhof Klasse 9A kauft, zahlt unnötig drauf.

So vermeidest du den Fehler: Standort prüfen, ortsübliche Windbelastung erfragen und die passende Klasse wählen. Bei exponierten Lagen mindestens 7A – 9A, bei normalen Lagen 5A – 6A.

Fehler 2: RC2 nicht eingebaut

Die Polizei empfiehlt für jedes Einfamilienhaus mindestens RC2 in EG und für Terrassentüren. Wer hier spart, hat ein Einbruchrisiko, das jeder Versicherungsprämie nicht wert ist.

So vermeidest du den Fehler: Bei jedem Fenstertausch RC2 für EG und Terrassentür ausschreiben – und für Hauseingangstüren ebenfalls. Mehrkosten von 50 – 150 Euro pro Fenster, die sich vielfach lohnen.

Fehler 3: Keine RAL-Montage durchgeführt

Wer Fenster nur „mit Bauschaum reingeklebt“ hat, bekommt nach 5 – 10 Jahren Tauwasser, Schimmel und Zugluft. Die teure Verglasung nützt nichts, wenn die Anschlüsse undicht sind.

So vermeidest du den Fehler: RAL-Montage mit Drei-Ebenen-Dichtung schriftlich im Angebot. Wer DIY montiert, alle drei Ebenen (innen luftdicht, mitte gedämmt, außen schlagregendicht) sauber ausführen.

Fehler 4: U-Wert zu schlecht für GEG / KfW

Bei Neubau und Sanierung gelten GEG-Anforderungen (Uw max. 1,3) und KfW-Anforderungen (Uw max. 0,95). Wer hier spart, verpasst die Förderung und baut nicht zukunftssicher.

So vermeidest du den Fehler: Bei Sanierung immer Uw ≤ 0,95 wählen – das ist heute Standard, kaum teurer als Uw = 1,3 und sichert die KfW-Förderung.

Fehler 5: Anschluss an Mauerwerk falsch geplant

Der Übergang Fenster zu Außenwand ist die größte Schwachstelle. Wer hier keine ordentliche Dämmung der Laibung und der Brüstung einplant, hat Wärmebrücken, Tauwasser und Schimmel.

So vermeidest du den Fehler: Bei jedem Fenstertausch die Laibungsdämmung mitplanen. Mehr zu Wärmebrücken im Ratgeber DIN 4108 Wärmeschutz.

Pflege und Wartung deiner Fenster

Auch das beste Fenster braucht Pflege, um über 30 – 40 Jahre dicht zu bleiben:

WartungsschrittHäufigkeit
Beschläge ölen1 × pro Jahr
Dichtungen pflegen1 × pro Jahr
Rahmen reinigennach Bedarf
Fugen + Silikon prüfenalle 2 – 3 Jahre
Glas prüfen (Sprünge, Beschläge)jährlich
Verschiebebeschläge nachjustierenalle 5 – 10 Jahre

Wer plant und prüft Fenster nach DIN 18055?

Folgende Berufsgruppen befassen sich mit der Fensterplanung und -prüfung:

  • Architekten (im Rahmen der Bauplanung)
  • Fensterbauer-Meisterbetriebe (Verkauf und Montage)
  • Energieberater (für GEG-Nachweis, KfW-Förderung)
  • Bausachverständige (bei Mängeln und Streitfällen)
  • Bauphysiker (bei komplexen Anschlussdetails)

Bei Streit, Sanierung oder Schäden ist ein Bausachverständiger Gold wert. Über unser Experten-Netzwerk auf Bau mal Schlau findest du zertifizierte Bausachverständige, Energieberater und Bauphysiker aus deiner Region, die deine Fenster nach DIN 18055 prüfen, im Schadensfall Gutachten erstellen und bei der Förderung unterstützen. Bei einem Fenstertausch in fünfstelliger Höhe ist neutrale Beratung mehr wert als jeder eingesparte Euro.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur DIN 18055

Fazit: DIN 18055 – Die unsichtbare Hülle deines Hauses

Die DIN 18055 ist 2026 die zentrale Norm für jeden, der Fenster oder Außentüren plant, kauft oder einbaut. Sie sorgt dafür, dass deine Fenster bei Sturm dicht halten, bei Regen kein Wasser durchlassen, bei Einbruch standhalten und im Sommer wie Winter ihren energetischen Job machen. Wer sie korrekt anwendet, bekommt Fenster, die 30 – 40 Jahre tadellos funktionieren. Wer sie ignoriert, hat Zugluft, Schimmel und im schlimmsten Fall Einbruchschäden.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Ratgeber:

Erstens: Klassen passen müssen zum Standort. Schlagregendichtheit, Windwiderstand und Luftdurchlässigkeit hängen von Lage und Klima ab – nicht jeder Standort braucht das gleiche Fenster.

Zweitens: RC2 ist das Minimum für EG. Polizei und Versicherungen empfehlen für alle erdgeschossigen Fenster und Türen Einbruchhemmung der Klasse RC2. Mehrkosten gering – Schutzwert enorm.

Drittens: RAL-Montage ist Pflicht. Ohne fachgerechte Drei-Ebenen-Montage ist auch das beste Fenster wertlos. Schriftlich im Angebot einfordern.

Viertens: U-Wert ist wichtiger als je. Wer 2026 saniert, sollte mindestens Uw = 0,95 wählen – für GEG-Konformität, KfW-Förderung und niedrige Heizkosten über die nächsten 30 Jahre.

Fünftens: Hol dir bei Sanierung Profi-Hilfe. Über unser Experten-Netzwerk auf Bau mal Schlau findest du zertifizierte Energieberater, Bausachverständige und Bauphysiker aus deiner Region, die deine Fenster nach DIN 18055auswählen, Fördermittel beantragen und bei Mängeln Gutachten erstellen. Bei Investitionen in fünfstelliger Höhe ist neutrale Beratung mehrfach den Einsatz wert.

Eine DIN-konforme Fensterplanung ist keine bürokratische Pflichtübung, sondern die wichtigste Schutzschicht deines Hauses. Mit der DIN 18055 im Hinterkopf und gut beratenen Fensterbauern bekommst du eine Gebäudehülle, die Wärme drinnen hält, Wasser draußen, Einbrecher abschreckt und im Sommer für angenehmen Schatten sorgt – jahrzehntelang.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel erklärt die DIN 18055 in eigenen Worten und ersetzt nicht die Originalnorm. Den vollständigen, verbindlichen Normtext sowie die parallel anwendbaren Normen DIN EN 14351-1, DIN EN 1627 und DIN EN ISO 10077 findest du beim Beuth-Verlag – dem offiziellen Vertrieb der DIN-Normen in Deutschland. Für rechtsverbindliche Auslegungen, konkrete Anwendungen und individuelle Beratungen wende dich bitte an einen zertifizierten Energieberater, Bausachverständigen oder Fensterbau-Meisterbetrieb.

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