DIN 1946-6 Lüftung von Wohnungen 2026: Lüftungskonzept, Anlagen & 5 typische Fehler

Die DIN 1946-6 ist die zentrale deutsche Norm für die Lüftung von Wohnungen. Sie schreibt seit 2009 für jeden Neubau und jede größere Sanierung (mehr als 1/3 der Fenster oder mehr als 1/3 der Dachfläche) ein verpflichtendes Lüftungskonzept vor. Ziel: Bauschäden durch Schimmel und schlechte Luftqualität vermeiden, wenn Häuser immer luftdichter werden. Die Norm definiert vier Lüftungsstufen (Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung, Intensivlüftung) und unterscheidet zwischen freier Lüftung (Fenster), ventilatorgestützter Lüftung und Hybridlüftung. Wer ein Haus plant oder eine Wohnung saniert, muss die DIN 1946-6 kennen – sonst gibt es keine Bauabnahme und im Schadensfall keine Versicherung. In diesem Ratgeber erfährst du alles: Lüftungsstufen, Lüftungskonzept, Anlagentypen, Kosten 2026 und die 5 häufigsten Fehler.

Du baust gerade oder saniert dein Haus – und plötzlich sagt der Architekt: „Wir brauchen ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6.“ Was bedeutet das eigentlich? Reicht es nicht, einfach die Fenster zu öffnen? Die Antwort ist klar: Nein, reicht nicht mehr. Moderne Häuser sind so luftdicht gebaut, dass ohne aktive Lüftung Schimmel, hohe Luftfeuchte und schlechte Innenraumluft fast vorprogrammiert sind. Genau hier setzt die DIN 1946-6 an.

Die kurze Antwort: Die DIN 1946-6 ist seit 2009 die deutsche Norm „Lüftung von Wohnungen“. Sie regelt, wie der notwendige Luftaustausch in luftdichten Gebäuden sichergestellt wird – mit oder ohne technische Lüftungsanlage. Pflicht ist seitdem ein schriftliches Lüftungskonzept für jeden Neubau und jede größere Sanierung. Wer es nicht erstellt, baut nicht regelkonform – und im Schadensfall (Schimmel, Bauschäden) ist die Haftung sehr klar geregelt.

Was ist die DIN 1946-6 eigentlich?

Die DIN 1946-6 trägt den vollständigen Titel „Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen“. Sie ist die maßgebliche deutsche Norm für den notwendigen Luftaustausch in Wohngebäuden und wurde 2009 in der heute relevanten Fassung veröffentlicht (mit Anpassungen 2019).

Die Norm gehört zur Reihe DIN 1946, die sich mit Raumlufttechnik insgesamt befasst:

DIN-TeilInhalt
DIN 1946-1Allgemeine Anforderungen
DIN 1946-2Gesundheitstechnische Anforderungen (ersetzt)
DIN 1946-4Raumlufttechnische Anlagen in Krankenhäusern
DIN 1946-6Lüftung von Wohnungen
DIN 1946-7Raumlufttechnische Anlagen in Laboratorien

Der Hintergrund der Norm: Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem heutigen Gebäudeenergiegesetz (GEG) werden Häuser zunehmend luftdicht gebaut. Das ist energetisch sinnvoll, aber bauphysikalisch heikel. Wenn die Gebäudehülle dicht ist, muss Lüftung anderweitig sichergestellt werden – sonst entstehen hohe Luftfeuchte, Schimmel und schlechte Innenraumluft.

Wichtig: Die DIN 1946-6 ist eine anerkannte Regel der Technik. Wer sie ignoriert, baut nicht regelkonform – und im Schadensfall (Schimmel, Feuchteschäden) haftet im Streitfall der Planer oder Handwerker.

Die enge Verbindung zur Luftdichtheit zeigt: Lüftung und Wärmeschutz lassen sich nicht trennen. Mehr zum Thema Luftdichtheit findest du im Ratgeber DIN 4108 Wärmeschutz und besonders im Beitrag Vorteile vom luftdichten Bauen – beides ist die Grundlage, um die DIN 1946-6 überhaupt zu verstehen.

Wann ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht?

Eine Lüftungskonzept-Pflicht besteht in folgenden Fällen:

BauvorhabenLüftungskonzept Pflicht?
Neubau (Wohngebäude)ja, immer
Komplettsanierung Altbauja, immer
Austausch >1/3 der Fensterja
Erneuerung >1/3 der Dachfläche (mit Dämmung)ja
Fassadendämmung (WDVS oder Kerndämmung)ja, wenn luftdicht
Tausch nur einzelner Fenster (<1/3)nein
Reine Innensanierung ohne Hülle-Eingriffnein
Neubau-Anbaumeist ja

Das Lüftungskonzept muss schriftlich vorliegen und einer der folgenden Lüftungslösungen zugeordnet sein:

  1. Freie Lüftung (über Fenster, Schächte, Außenluftdurchlässe)
  2. Ventilatorgestützte Lüftung (mechanische Anlage, mit oder ohne Wärmerückgewinnung)
  3. Hybridlüftung (Kombination beider Systeme)

Wer ein Lüftungskonzept professionell erstellen lassen will, sollte einen TGA-Planer (Technische Gebäudeausrüstung), Energieberater oder Architekten beauftragen. Die Kosten dafür liegen in der Regel bei 400 – 1.200 Euro – inklusive Berechnung der notwendigen Luftvolumenströme und Bewertung der gewählten Lösung.

Die 4 Lüftungsstufen der DIN 1946-6 verständlich erklärt

Das Herzstück der DIN 1946-6 sind die vier Lüftungsstufen. Jede Stufe entspricht einem unterschiedlichen Lüftungsbedarf – von „nur das Nötigste, um Bauschäden zu vermeiden“ bis hin zu „voller Luftaustausch bei intensiver Nutzung“.

StufeBezeichnungFunktionLuftwechsel
Stufe 1Lüftung zum FeuchteschutzBauschäden verhindern, auch bei Abwesenheitmind. 0,3 – 0,4 /h
Stufe 2Reduzierte LüftungMindesthygiene bei zeitweiser Nutzungmind. 0,5 – 0,6 /h
Stufe 3Nennlüftungnormaler Bewohnerbetriebmind. 0,6 – 0,8 /h
Stufe 4IntensivlüftungLastspitzen (Kochen, Duschen, Feiern)mind. 1,0 /h

Stufe 1 – Feuchteschutz (auch ohne Bewohner!)

Die wichtigste Stufe der DIN 1946-6 ist die Feuchteschutz-Lüftung. Sie muss auch dann funktionieren, wenn keiner zu Hause ist (z. B. Urlaub, leerstehende Wohnung). Sonst entsteht in luftdichten Häusern innerhalb von Wochen Schimmel an Wänden und in Fenster-Laibungen.

Pflichtmaßnahme: Die Feuchteschutz-Lüftung muss nutzerunabhängig funktionieren. Das heißt: Sie darf nicht davon abhängen, dass jemand die Fenster öffnet.

Stufe 2 – Reduzierte Lüftung

Bei zeitweiser Nutzung (z. B. Schlafzimmer tagsüber) reicht reduzierte Lüftung. Sie sorgt für ausreichenden Luftaustausch, ohne Energieverschwendung.

Stufe 3 – Nennlüftung

Der Standard-Betrieb im normalen Wohnalltag. Hier müssen alle Räume ausreichend belüftet sein, damit Feuchte, CO₂ und Schadstoffe abgeführt werden.

Stufe 4 – Intensivlüftung

Bei Lastspitzen (Kochen, Duschen, Feiern, Wäschetrocknen) muss kurzzeitig deutlich mehr gelüftet werden. Sonst staut sich Feuchte und Geruch.

Welche Lüftungslösung passt zu deinem Haus?

Die DIN 1946-6 lässt drei grundsätzliche Wege zu. Welcher passt, hängt von Gebäude, Nutzern und Budget ab:

LösungFunktionsprinzipVorteileNachteileTypische Kosten
Freie LüftungFenster + Schächte + Außenluftdurchlässegünstig, ohne Techniknutzerabhängig, im Winter Wärmeverlust500 – 2.500 €
AbluftanlageVentilator zieht Luft ab, Nachstrom über ALDmittlere Kosten, Energieeffizientkeine Wärmerückgewinnung2.000 – 6.000 €
KWL ohne WärmerückgewinnungZu- und Abluft kontrolliertgute HygieneWärmeverluste hoch3.000 – 7.000 €
KWL mit Wärmerückgewinnung (WRG)Lüftung + Wärmenutzungbeste Energiebilanz, höchster Komforthohe Investition, Wartung8.000 – 18.000 €
Dezentrale Lüftereinzelne Wand-Lüfter pro Raumgut für Sanierungweniger Wärmerückgewinnung500 – 1.500 € pro Gerät

Freie Lüftung – Reicht das nicht?

In den meisten Fällen reicht freie Lüftung nicht aus, um die DIN 1946-6 zu erfüllen. Vor allem, weil die Feuchteschutz-Lüftung auch bei Abwesenheit funktionieren muss. Mit reiner Fensterlüftung ist das nicht garantiert.

Lösung: Außenluftdurchlässe (ALD) in Fenstern oder Außenwänden, die ohne Nutzerinteraktion einen Mindestluftstrom sicherstellen. Bewährte ALD findest du z. B. von Aereco oder Innoperform (beide etablierte Hersteller).

Zentrale KWL mit Wärmerückgewinnung – Der moderne Standard

Die kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung ist 2026 der absolute Standard im Neubau und bei energetischer Sanierung. Sie:

  • führt verbrauchte Luft kontrolliert ab
  • bringt vorgewärmte Frischluft in alle Räume
  • gewinnt bis zu 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück
  • filtert Pollen, Staub und Feinstaub
  • senkt Heizkosten deutlich

Etablierte Hersteller von KWL-Anlagen in Deutschland sind unter anderem Zehnder ComfoAir (Premium), Helios EasyPlan (Mittelklasse), Vallox (skandinavisch), Maico WS 320 und Paul novus 300 (Passivhaus-Standard).

Dezentrale Lüfter – Die Sanierungslösung

Bei Sanierungen ohne Möglichkeit für eine zentrale Anlage sind dezentrale Lüfter eine gute Lösung. Sie werden einzeln in Außenwände eingebaut und arbeiten meist als Push-Pull-System (60 Sekunden Abluft, 60 Sekunden Zuluft – mit Wärmerückgewinnung über einen Keramik-Wärmetauscher).

Bekannte und bewährte Hersteller dezentraler Lüftungsgeräte:

  • Lunos (z. B. e²-Lüfter mit Keramik-Wärmespeicher) – Premium-Lösung
  • Maico (z. B. PushPull 45) – etabliert
  • inVENTer (z. B. iV14) – preislich attraktiv
  • Helios (z. B. KWL EC 60) – mittlere Preisklasse

Die wichtigsten Bauteile einer KWL-Anlage

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung besteht aus mehreren Komponenten, die alle nach DIN 1946-6 dimensioniert sein müssen:

BauteilFunktion
Zentralgerät (Lüftungsgerät)Herzstück: Ventilatoren + Wärmetauscher + Filter
Zuluftleitungenbringen Frischluft in Wohn- und Schlafräume
Abluftleitungensaugen verbrauchte Luft aus Küche, Bad, WC
Außenluftansaugungmeist Fassade oder Dach
FortluftausblasAbluft nach draußen
Filter (G4, F7, F9)reinigen Außenluft von Pollen, Staub
Schalldämpferreduzieren Gerätegeräusche
Überströmöffnungenunter Türen oder als Türschlitz
Regler / BedienteilSteuerung der Lüftungsstufen

Die richtige Filterklasse

Die Filterauswahl entscheidet über die Innenraumluft-Qualität:

FilterklasseWirkungEmpfehlung
G4 (ISO Coarse)GrobstaubMindestmaß als Vorfilter
F7 (ISO ePM2,5)Feinstaub, PollenStandard für Wohnräume
F9 (ISO ePM1)Feinstaub <1 µm, AllergikerPremium
HEPA H13/H14Viren, Bakterienmedizinische Anwendung

Bei einer modernen KWL-Anlage sollten die Filter mindestens alle 6 Monate gewechselt werden. Original-Ersatzfilter findest du beim Hersteller (z. B. Zehnder, Helios, Vallox, Maico) oder als Universalfilter wie die Universal-Pollenfilter F7* – immer auf die richtigen Maße achten.

Lüftung und Energieeffizienz: Wie viel Energie spart die KWL?

Die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist nicht nur eine hygienische Pflichterfüllung – sie ist auch ein echter Energiesparer.

LüftungsartWärmerückgewinnungEnergieverlust durch Lüftung
Fensterlüftung (mehrmals täglich Stoßlüften)0 %100 %
Reine Abluftanlage0 – 10 %90 – 100 %
KWL mit Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher60 – 75 %25 – 40 %
KWL mit Gegenstrom-Wärmetauscher75 – 90 %10 – 25 %
KWL mit Enthalpietauscher (auch Feuchterückgewinnung)75 – 95 %5 – 25 %

In einem typischen Einfamilienhaus mit 150 m² spart eine KWL mit Wärmerückgewinnung jährlich 400 – 800 Euro Heizkosten – über die Lebensdauer der Anlage (20 – 25 Jahre) summiert sich das auf 10.000 – 20.000 Euro. Das macht die Mehrinvestition gegenüber freier Lüftung in den meisten Fällen sehr wirtschaftlich.

Wer ohnehin eine moderne Wärmepumpe plant, profitiert besonders – die KWL liefert vorgewärmte Frischluft, die der Wärmepumpe weniger Arbeit macht. Die beiden Systeme ergänzen sich perfekt.

Lüftung im Bad: Warum hier besondere Anforderungen gelten

Im Badezimmer entsteht beim Duschen viel Feuchtigkeit – mehr als in jedem anderen Raum. Hier muss die DIN 1946-6 besonders sorgfältig umgesetzt werden, sonst entstehen schnell Schimmelprobleme.

Anforderung BadWert
Abluftvolumen Mindestmenge40 m³/h (DIN-Mindestwert)
Empfohlene Intensivlüftung Bad60 – 100 m³/h
Stufe 3 Nennlüftungmind. 40 m³/h
Stufe 4 Intensivlüftungmind. 60 m³/h

Wer eine bodengleiche Dusche plant, sollte zusätzlich an die Abdichtung nach DIN 18534 Innenraumabdichtung denken – Lüftung allein reicht nicht, wenn das Wasser hinter die Fliesen läuft.

Für die Bad-Abluft sind etablierte Geräte wie der Maico ECA 100 ipro (Standardlüfter), der Helios MiniVent M1 100 (mit Nachlauf) oder der Lunos Silvento ec (Premium-Klein-Bad-Lüfter) bewährt. Alle sind nach DIN 1946-6 dimensioniert und in vielen Bädern Standard.

Schimmel und schlechte Luft – Was passiert ohne korrekte Lüftung?

Wenn die DIN 1946-6 ignoriert wird, entstehen schnell folgende Probleme:

ProblemUrsacheFolge
Schimmel an Außenwändenhohe Luftfeuchte, WärmebrückenGesundheitsgefahr, Wertminderung
Beschlagene FensterKondensation, kalte VerglasungHolzschäden, Schimmel an Laibung
Hohe Luftfeuchte>65 % rel. FeuchteWohlbefinden ↓, Schimmel ↑
CO₂-Anstiegmangelnder LuftaustauschMüdigkeit, Konzentrationsprobleme
Schadstoffe (VOC, Formaldehyd)Möbel, Lacke, BaustoffeAllergien, Atemwegsreizungen
Geruchsbelastungmangelnder AbzugWohnqualität ↓

Mehr zu den Ursachen findest du im Ratgeber Ursachen der Schimmelpilzbildung im Gebäude – das Lüftungsproblem ist eine der häufigsten Ursachen für Schimmel im modernen Wohnungsbau.

Wer überwachen will, ob die Raumluft im grünen Bereich ist, kann mit einem Hygrometer/Thermometer wie dem TFA Dostmann Hygrometer* oder einem CO₂-Messgerät wie dem Trotec BZ30 CO₂-Messgerät* die Werte regelmäßig kontrollieren. Beides sind etablierte Geräte und liefern verlässliche Werte für die Innenraumüberwachung.

Was kostet eine Lüftungslösung nach DIN 1946-6 2026?

Die Kosten richten sich nach Gebäude, Lüftungstyp und Komfortwunsch. Hier eine realistische Übersicht für 2026:

Planung

LeistungKosten
Lüftungskonzept EFH400 – 1.200 €
Lüftungskonzept MFH1.200 – 3.000 €
Planung KWL inkl. Bemessung800 – 2.500 €
Kombination mit Energieberatungmeist enthalten

Material + Einbau (EFH 150 m²)

LüftungsartKomplettkosten
Freie Lüftung mit ALD800 – 2.500 €
Abluftanlage (zentral)3.000 – 6.000 €
KWL ohne WRG4.000 – 8.000 €
KWL mit WRG (Standard)9.000 – 15.000 €
KWL mit WRG (Premium/Passivhaus)12.000 – 22.000 €
Dezentrale Lüfter (4 – 6 Geräte)3.000 – 9.000 €

Betriebskosten KWL pro Jahr

PostenKosten
Strom (250 – 400 kWh/Jahr)90 – 160 €
Filter (2× pro Jahr)60 – 120 €
Wartung100 – 200 €
Gesamt250 – 480 € pro Jahr

KfW-Förderung

Eine KWL mit Wärmerückgewinnung ist Bestandteil der BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude). Bei Neubauten als KfW-Effizienzhaus oder bei Sanierungen können bis zu 20 Prozent der Kosten gefördert werden.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Anwendung der DIN 1946-6

Auch wenn die Norm präzise ist – in der Praxis passieren immer wieder die gleichen Fehler.

Fehler 1: Kein Lüftungskonzept erstellt

Der häufigste Fehler. Bauherr und Handwerker „vergessen“ das Lüftungskonzept, weil es vor 2009 nicht nötig war. Folge: Im Schadensfall keine Versicherung, Mängelanzeigen möglich.

So vermeidest du den Fehler: Beim Bauantrag oder bei der Sanierungsplanung schriftliches Lüftungskonzept vom Planer einfordern. Ohne Konzept keine Bauabnahme.

Fehler 2: KWL falsch dimensioniert

Eine zu kleine KWL schafft nicht genug Luftaustausch. Eine zu große rauscht hörbar und verbraucht unnötig Strom. Faustformel allein reicht nicht.

So vermeidest du den Fehler: KWL nach DIN 1946-6 und DIN EN 16798-1 mit Berechnung der einzelnen Räume dimensionieren. Lass dich von einem TGA-Planer oder einem Sachverständigen aus dem Experten-Netzwerk beraten.

Fehler 3: Filter nie gewechselt

Wer die Filter einer KWL nicht regelmäßig wechselt, fördert Keime, reduziert die Effizienz und kann Allergien auslösen. Filterwechsel ist Pflicht alle 6 Monate – nicht jeden Sommer „mal nachschauen“.

So vermeidest du den Fehler: Wartungskalender anlegen, Filter vorrätig halten. Original- oder zertifizierte Universalfilter verwenden.

Fehler 4: Lüftungsgeräusche unterschätzt

Wer die Schalldämpfer in der KWL-Planung weglässt oder das Gerät direkt neben dem Schlafzimmer platziert, hat eine teure Anlage und schlechten Schlaf.

So vermeidest du den Fehler: Schallplanung in die Lüftungsplanung einbeziehen. KWL-Gerät in einem entkoppelten Hauswirtschaftsraum aufstellen. Schalldämpfer in Leitungen einplanen.

Fehler 5: Überströmöffnungen vergessen

Zwischen Räumen muss Luft strömen können (von Zuluft- zu Abluftraum). Wer alle Türen luftdicht abdichtet, hat eine KWL, die nicht funktioniert.

So vermeidest du den Fehler: Überströmöffnungen unter Türen (Türschlitz 1 – 2 cm) oder als gezielte Überströmgitter einplanen.

Wer plant und prüft die Lüftung nach DIN 1946-6?

In Deutschland gibt es kein gesetzliches Monopol für Lüftungsplanung. In der Praxis übernehmen das:

  • TGA-Planer (Technische Gebäudeausrüstung) – die Spezialisten
  • Architekten (bei einfachen Anlagen)
  • Energieberater (mit BAFA-Listung)
  • Sanitär- und Heizungsbauer (für die Ausführung)
  • Bausachverständige (für Bestandsbewertung und Streitfälle)

Bei größeren Anlagen oder Streitfällen ist ein unabhängiger Sachverständiger Gold wert. Über unser Experten-Netzwerk auf Bau mal Schlau findest du zertifizierte TGA-Planer, Energieberater und Bausachverständige aus deiner Region, die deine Lüftungsplanung nach DIN 1946-6 durchführen, bestehende Anlagen prüfen, im Schadensfall Gutachten erstellen und bei Förderanträgen helfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur DIN 1946-6

Fazit: DIN 1946-6 – Die unsichtbare Lebensversicherung deines Hauses

Die DIN 1946-6 ist 2026 die zentrale Norm für jeden, der ein luftdichtes, modernes Haus bauen oder sanieren will. Sie sorgt dafür, dass die Innenraumluft gesund bleibt, dass Schimmel verhindert wird und dass die Bausubstanz langfristig erhalten bleibt. Wer sie korrekt anwendet, bekommt ein Haus mit ausgezeichneter Luftqualität und niedrigen Heizkosten. Wer sie ignoriert, hat Schimmel, schlechte Luft und Sanierungskosten in fünfstelliger Höhe.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Ratgeber:

Erstens: Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist bei Neubau und größerer Sanierung Pflicht. Ohne Konzept keine fachgerechte Ausführung.

Zweitens: Die vier Lüftungsstufen (Feuchteschutz, reduziert, Nenn, Intensiv) decken alle Nutzungsszenarien ab. Besonders die Feuchteschutz-Stufe ist wichtig – sie muss nutzerunabhängig funktionieren.

Drittens: Eine KWL mit Wärmerückgewinnung ist die wirtschaftlich klügste Lösung im Neubau. Sie spart 400 – 800 Euro Heizkosten pro Jahr und sorgt für hervorragende Luftqualität.

Viertens: Lüftung verzahnt sich mit anderen Normen: DIN 4108 WärmeschutzDIN 18534 InnenraumabdichtungDIN 4102 Brandschutz – alles muss zusammenpassen.

Fünftens: Hol dir bei Planung und Streitfällen Hilfe. Über unser Experten-Netzwerk auf Bau mal Schlau findest du zertifizierte TGA-Planer, Energieberater und Bausachverständige aus deiner Region, die deine Lüftungsplanung nach DIN 1946-6 durchführen, bestehende Anlagen bewerten und bei Förderanträgen helfen. Bei einem Thema, das Gesundheit und Bausubstanz für Jahrzehnte beeinflusst, ist neutrale Expertise jeden Cent wert.

Eine DIN-konforme Lüftungsplanung ist keine bürokratische Pflichtübung, sondern die unsichtbare Lebensversicherung deines Hauses. Mit der DIN 1946-6 im Hinterkopf und einer guten KWL bekommst du ein Zuhause, in dem du tief durchatmen kannst – buchstäblich.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel erklärt die DIN 1946-6 in eigenen Worten und ersetzt nicht die Originalnorm. Den vollständigen, verbindlichen Normtext findest du beim Beuth-Verlag – dem offiziellen Vertrieb der DIN-Normen in Deutschland. Für rechtsverbindliche Auslegungen, konkrete Anwendungen und Lüftungskonzepte wende dich bitte an einen zertifizierten TGA-Planer, Energieberater oder Bausachverständigen.

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